Early Quartets Vol. III

Reisekader

Abschluss einer sehr besonderen Edition: Mit vier weiteren Werken beschließt das Leipziger Streichquartett die Reihe der frühen Streichquartette, die Wolfgang Amadeus Mozart im Alter von 16 Jahren auf Reisen nach Mailand und Wien komponierte. Damit ist auch die Leipziger Gesamtschau der Mozartschen Quartette komplett, und man fragt sich, warum diese jugendfrischen Stücke so im Schatten der zehn berühmten „großen“ Quartette stehen.

Bilderstürmer

Denn mit jugendlicher Unbekümmertheit geht der junge Mozart hier zu Werke: Den Zwängen der Salzburger Enge entronnen, saugt er begierig auf, was gerade angesagt ist: In Mailand wird die dreisätzige italienische Sinfonia zum Vorbild, in Wien ist es die viersätzige Sonate der beginnenden Wiener Klassik. Und Mozart belässt es nicht bei der gekonnten Stilkopie: Einfallsreich variiert er das modische Modell. So erhält der Kopfsatz von K 171 eine langsame Einleitung, die als Coda des Satzes wieder auftaucht. Und das Menuett aus K 172 beginnt als doppelter Kanon – überaus ungewöhnlich für diesen sonst eher schlicht gehaltenen Tanzsatz.

Alleinunterhalter

Mit filigraner motivischer Arbeit hält sich der Komponist nicht auf. Dafür ist der Einfallsreichtum an Themen und Melodien viel zu groß. Und so fallen die Mittelteile oft etwas  kürzer aus, dafür bekommt das Publikum aber auch ständig Neues geboten. Und manch langsamer Satz scheint vor Spannung gar zu bersten – besonders gut im  Mailänder K 160 zu erleben, bevor ein Presto-Kehraus das Werk furios beendet.

Spurensucher

Historisch informiert und mit Bögen aus der Entstehungszeit der Quartette begibt sich das Leipziger Streichquartett auf die Suche nach einem zeitgemäßen Klang, der Ideen der Klangrede ebenso aufnimmt wie den großem Bogen und singende Kantilenen. So wirken Mozarts Jugendquartette entschlackt, ohne an klanglicher Raffinesse zu sparen: Ein im besten Sinne „klassisches“ Musikvergnügen!

http://www.mdg.de/pdf/2044.pdf

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